Die Geschichte Berlins von 1800 bis 1979 - Blatt 15 - Tiergarten um 1945

Tiergarten um 1945

 Der Park des Grauens

 

 

1933
Der Reichstagsbrand, dem 5.000 Verhaftungen in Berlin durch das nationalsozialistische Regime folgen, wird zum Flammenzeichen der beginnenden Katastrophe. Der „nationalsozialistische Reichstag” kommt in die Kroll-Oper.

1936
Hitlers Chefarchitekt Albert Speer verbreitert die Charlottenburger Chaussee zur Ost-West-Achse. Den Platz vor dem Brandenburger Tor verwandelt er in einen unterirdischen Superbunker für die Reichsbehörden und verlegt die Siegessäule an den Großen Stern. Der Platz der Republik soll zum Kreuzungspunkt der Ost-West- und der nicht fertiggestellten Nord-Süd-Achse werden.

1945
Als die Siegesfahne auf der Reichstagsruine gesetzt wird endet die Schlacht um Berlin. Der Tiergarten stellt mit seinen verbrannten und zerfetzten Bäumen ein Park des Grauens vor, der mehr erschreckt als die Ruinenfelder in der City. Tiergarten hat mit einem Bevölkerungsrückgang auf 92.000 Einwohner die höchsten Menschenverluste aufzuweisen. Die Holzaktion der brennstofflosen Zeit schafft einen radikalen Kahlschlag. Im Zoologischen Garten überleben von 5.400 Tieren nur 91.

1946
Die britische Besatzungsmacht erlaubt die Errichtung von Gartenparzellen im einstigen Parkgelände. Die Technische Hochschule wird als TU wiedereröffnet.

1948
Große Freiheitskundgebungen auf dem Platz der Republik. Ernst Reuter, gewähltes Stadtoberhaupt seit 1947, erklärt leidenschaftlich: „Ihr Völker der Welt _ schaut auf diese Stadt.” Mit diesen Kundgebungen beginnt das jahrzehntelange Ringen um die Freiheit Berlins.

Quellenhinweise: die Bildmappen befinden sich in der Berliner Stadtplansammlung. Hier wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung von Frau Susanne von Bargen und der Berliner Morgenpost.

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  • Personen, Verlage: Robinson (Werner Kruse)