Die Geschichte Berlins von 1180 bis 1780 - Blatt 5 - Berlin um 1635

Berlin um 1635

Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges

 

1615
Die Einführung des Calvinismus durch den Kurfürsten Johann Sigismund (1608-1619) und die „Reinigung” des alten Berliner Domes (durch Friedrich den Großen abgerissen und im Lustgarten durch einen Neubau ersetzt) von „katholischem und lutherischem Prunk” führt zum „Berliner Tumult” Diese „zweite Reformation” stößt auf einen wesentlich größeren Widerstand als der Übergang vom katholischen zum lutheranischen Bekenntnis.

1617
Der Berliner Postmeister Frischmann gibt die erste Wochenzeitung heraus.

1618
Beginn des Dreißigjährigen Krieges, der bis 1648 dauert. Der politisch schwache Kurfürst Georg Wilhelm (1619-1640) bringt durch seinen schwankenden außenpolitischen Kurs Berlin in Gefahr.

1624
Das Ribbeck-Haus des Kammerrates Hans Georg von Ribbeck in der Breiten Straße im heutigen Ost-Berlin, das noch heute steht, wird errichtet.

1628
Wallenstein, der Feldmarschall der katholisch-kaiserlichen Truppen, besetzt Berlin.

1631
Der schwedische König Gustav Adolf marschiert in Berlin ein.

1637
Einer Pestepidemie fällt ein großer Teil der Berliner Bevölkerung zum Opfer. Schon 1628 und 1630 hatte die Pest an der Spree gewütet.

1640
Die Vorstädte Berlins werden auf Befehl der Brandenburgischen Regierung niedergebrannt, um die Stadtverteidigung zu verbessern. Diese militärische Aktion der „verbrannten Erde” erweist sich als sinnlos. Maßlose Empörung herrscht unter den Betroffenen. Der neue Landesherr, Kurfürst Friedrich Wilhelm, der als Zwanzigjähriger die Regierung antritt und später einmal der Große Kurfürst genannt werden sollte, läßt sich zehn Jahre lang kaum in Berlin sehen.

1645
Beginn der Anlage des Lustgartens neben dem Berliner Schloß. Dort werden auch die ersten Kartoffeln in der Mark Brandenburg angebaut, die sich „Tartuffeln” nennen.

1647
Anpflanzung der Allee Unter den Linden vor der Stadt als Straße zum Tiergarten.

1648
Die Überlebenden des Dreißigjährigen Krieges aus Berlin und Cölln - durch Kriegszerstörungen und Pest kam die Hälfte der 12.000 Einwohner um - bitten den Großen Kurfürsten vergeblich, sich anderswo ansiedeln zu dürfen. Der absolute Tiefpunkt in der Stadtgeschichte ist erreicht.

 

Quellenhinweise: die Bildmappen befinden sich in der Berliner Stadtplansammlung. Hier wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung von Frau Susanne von Bargen und der Berliner Morgenpost.

Weitere Informationen

  • Personen, Verlage: Robinson (Werner Kruse)